Bauer sucht Industrie

Lange Stapel von Heuballen in Plastik verpackt. Bauer sucht Industrie.

Heuplastik – © Tom Albrecht

Die Ausstellung „Bauer sucht Industrie“ behandelt einen aktuellen Vorgang der nicht nachhaltig ist. Klein- und mittelständische Bauernhöfe müssen sich heute gegen Agrarfabriken und Investorenhöfe behaupten. Daher sterben Höfe und  landwirtschaftliche Fläche wird zum Investionsgut. Das „Landgrabbing“ raubt Landfläche durch steigende Bodenpreise. Durch neu gebaute Megaställe wird Luft und Wasser verschmutzt und das führt zu Gülletourismus. Gülle wird in andere Regionen und Länder transportiert, wo das Grundwasser noch nicht so stark nitratbealstet ist. Futtermittel- und Dumpingexporte schaden fernen Ländern. Das Recht auf freies Saatgut muss erkämpft werden. Wir sehen weniger Insektenmatsch auf der Autoscheibe als sichtbare Folge des Insektensterbens. Der größte Trecker ist Statussymbol. Mancher „Bauer sucht Industrie“ weil er dadurch zu überleben hofft und gerät weiter in deren Abhängigkeit.

„Für die Agrarpolitik, ihre internationalen Institutionen und auch für die private und öffentliche Forschung waren Subsistenz- und Kleinbauern jahrzehntelang nur rückschrittliche „Auslaufmodelle” einer vorindustriellen Wirtschaftsweise. „Wachse oder weiche!” lautete mit wenigen Ausnahmen seit über 50 Jahren das kapitalistische wie sozialistische Fortschritts-Credo. Nur größere wirtschaftliche Einheiten seien imstande, durch moderne und rationalisierte Anbaumethoden, in erster Linie durch erhöhten Chemie- und Maschineneinsatz, die erforderliche globale Produktionssteigerung zu erbringen.“ Zitiert aus Welternährungsbericht: Bäuerliche und industrielle Landwirtschaft

Diese Ausstellung „Bauer sucht Industrie“ wurde international öffentlich ausgeschrieben. Bei der Auswahl der Bewerber achten wir darauf, dass der Bezug ihrer Werke zum ausgeschriebenen Thema vorhanden ist. Kunst und Nachhaltigkeit ist unser Thema. Zukünftige Generationen sollen dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben wie wir. Gleichzeitig müssen Chancen für alle Menschen auf der Erde fairer verteilt werden. Nachhaltige Entwicklung verbindet wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt. Dazu wollen wir mit unserer künstlerischen Arbeit durch Impulse in die Öffentlichkeit einen Beitrag leisten.

Bauer sucht Industrie

Was sagen Künstler zu den aktuellen Prozessen? Sehen sie Alternativen? Viele internationale Künstlerinnen und Künstler bewarben sich für eine Ausstellungsbeteiligung. Wir bedanken uns!

Ausstellende Künstlerinnen und Künstler

Tom Albrecht

Sandra Becker

Susanne Gabler

Michael Hoepfel

Irene Hoppenberg

Esteban Lahoz

Gabriela Lesmes

Benna G. Maris

Lucie Stahl

Annette Stüsser-Simpson

Mari Terauchi

Sven Wieder

Regine Wolff

Ihre Formate sind Objekt, Photo, Malerei, Grafik, Video, Installation. Zwei Veranstaltungen ergänzen mit Performance, Fachvortrag und Gespräch.

Programm

Ausstellung – Gespräche 9.2. – 13.4.18, Ausstellung Freitags 17-20:00

Demonstration: 20. Januar 2018, 11 Uhr, Berlin Hauptbahnhof: Wir haben Agrarindustrie satt!

Vernissage: 9.2., 19 Uhr, Ulrike Behn legt und deutet intuitiv Tarotkarten zum Thema „Wie entwickelt sich unsere Landwirtschaft“

Geöffnet: Freitags 17 – 20 Uhr

Künstlergespräch: 23.2., 19 Uhr. Künstler/innen der Ausstellung sprechen mit Gästen über ihre Werke

Vortrag Fr.23.3. , 19 Uhr. „Industrie frisst Bauern?“ Jochen Fritz, Koordinator der Kampagne „Meine Landwirtschaft“ und der „Wir-haben-es-satt“ Demonstration.

Finissage 13.4., 19 Uhr

Ort

Projektraum der Group Global 3000
Leuschnerdamm 19
10999 Berlin

Jury:  Tom Albrecht, Maria Korporal, Kurator: Tom Albrecht

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